Krankenkassen: Zusatzbeiträge geplant
Bert Trautmann | 24. Januar 2010Wie in den letzten Tagen in den Medien zu vernehmen war, haben einige Krankenkassen vor, Zusatzbeiträge von ihren Versicherten einzufordern. Dies ist einer Kasse möglich, wenn sie mit der Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommt. Es soll sich vorerst um acht Euro handeln, denn nur genau so viel können Kassen ohne eine vorherige Einkommensprüfung ihrer Mitglieder verlangen. Erfolgt eine Einkommensprüfung, so kann sich der Betrag bis auf maximal 37,50 Euro pro Monat erhöhen, abhängig vom Brutto-gehalt, von dem bis zu einem Prozent gefordert werden darf. Kritik kommt in diesem Zusammenhang an Gesundheitsminister Dr. med. Rösler auf. Er begrenze Kosten nicht effektiv genug, so die Opposition. Gerade der FDP-Klientel wolle er nicht auf an den Karren fahren, heißt es. In der Erhebung von Zusatzbeiträgen sehen einige Kommentatoren bereits einen Schmerztest für die Kopfpauschale, einem Vorhaben von Röslers FDP.
Ob es gerecht ist, einen fixen, einkommensunabhängigen, allein vom Arbeitnehmer zu tragenden Beitrag zu erheben? Der so genannte „Kleine Mann“ hat es scheinbar nicht anders gewollt - zur Erinnerung: diese Partei erhielt bei der letzten Bundestagswahl 6.313.023 (!) Zweitstimmen, und somit einen Stimmenanteil von 14,6 Prozent. Erst in Massen diese Partei wählen und dann jammern, dass sie jetzt exakt die Politik macht, die man von ihr erwarten konnte: Das geht nicht. Jetzt heißt es vielmehr: Schweigen und die Suppe auslöffeln.
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P.S.: Die nächste Bundestagswahl findet im Jahre 2013 statt.
Am 25. Januar 2010 um 13:09 Uhr
Es ist doch einfach wahnsinnig, dass jetzt wieder alle zur Kasse gebeten werden sollen. Steuererleichterungen auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite erhebliche Mehrkosten. Warum werden denn nicht einfach die normalen Beitragssätze um 0,5% erhöht und ebensoum 0,5% für den Arbeitgeber. Aber nein, die Arbeitnehmer müssen alles tragen. Wirklich gut ausgedacht.
Am 28. Januar 2010 um 13:38 Uhr
Erlebt man das ganze Theater mit den Krankenkassen, sehnt man sich wieder nach nur einer Krankenkasse. Natürlich nicht nach der SVK von damals!
Wie wär’s mit einer Krankenkasse Bund: Mit Beiträgen, die einem bestimmten prozentualen Anteil des Verdienstes/ der Rente entsprächen und ausnahmslos von allen Bürgern gezahlt würden?
Gleichmacherei wäre das nicht, es wäre ganz einfach nur gerecht. Käme noch ein wirklicher Bürokratieabbau dazu, hätten wir ein Versicherungssystem mit gleichen Leistungen für alle Bürger. Ich weiß: Es bleibt ein Traum, da dieses Land nicht reformfähig ist.
Am 28. Januar 2010 um 15:31 Uhr
Mir schwebt ein System wie der NHS in Großbritannien vor. Jetzt nicht von der Ausgestaltung her, ob da alles so gut läuft, könnte Mary-Ann besser beurteilen. Sondern einfach, dass die Gesundheitsversorgung aus Steuern finanziert wird, und jeder dann freien Zugang zu den Leistungen hat.
Am 28. Mai 2010 um 05:44 Uhr
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