London im Crashkurs

Mary-Ann | 6. März 2010

Wow war das eine schöne Woche! Leider aber auch so anstrengend, dass ich mich erstmal hinlegen und ein paar Stunden schlafen musste, nachdem ich meine Mutter heute Vormittag nach Heathrow gebracht habe. Zum Glück kamen wir noch pünktlich, denn der X-Bus, der von uns aus halbstündlich fährt fiel einfach aus. Die flappsige Reaktion des Busfahrers: wir hätten ja ein Taxi nehmen können, wenn wir es so eilig gehabt haben. Hallo?
Es fühlt sich so an, als wenn wir in viereinhalb Tage ganz London angeschaut haben. Von früh bis spät waren wir auf Achse. Das ging gleich letzten Samstag los, nachdem ich meine Mutter von Heathrow abgeholt hatte. Wir nutzten den Nachmittag um meine Arbeit anzuschauen, aber erst nachdem wir in den falschen Bus gestiegen waren und über eine Stunde eine “Stadtrundfahrt” gemacht hatten.
Am Sonntag zeigte sich das Wetter im Gegensatz zu allen anderen Tagen von seiner typisch britischen Seite: es regnete.
Wir zogen trotzdem los und gingen in Covent Garden shoppen. Während meine Mutter jedem, den sie kennt, was zu kaufen schien, leistete ich mir bei Adidas neue Joggingschuhe (natürlich die, die gerade im Angebot waren).
Hinterher gingen wir in die National Gallery, wo ich selbst, obwohl freier Eintritt ist, noch nie gewesen bin.
In der St.Martin-in-the-field-Kirche hörten wir kurz dem Chor zu und stellten begeistert fast, dass am Dienstagabend (meinem Geburtstag) ein Chopinkonzert zu seinem 200. Geburtstag statt finden sollte. Leider war es mir von der Uhrzeit her zu spät, weil ich ja am Mittwoch und Donnerstag jeweils einen long day arbeiten musste. Aber gerade Chopin an meinem Geburtstag wäre toll gewesen, weil er einer meiner Lieblingskomponisten ist.
Als würdigen Ersatz bekamen wir am Montag Karten für das Musical “Wicked” gestern Abend.
Am Montag wollte meine Mutter in die Westminster Abbey. Ich zog es vor in der Frühlingssonne draußen zu warten, weil mir 15 Pfund doch etwas zu viel waren. Da meine Mutter aber ganz begeistert wieder raus kam, werde ich mir die Westminster Abbey irgendwann doch anschauen.
Hinterher fuhren wir mit dem Schiff vom Big Ben (der eigentlich St. Stephen’s Tower heißt; nur die Glocke heisst Big Ben) die Themse runter zur Tower Brigde. Dort stiegen wir nach oben auf der Brücke in die Ausstellung, was ich bisher auch noch nicht gemacht hatte und was ich sehr spannend fand. Zu mal eine Ergänzung die verrücktesten Brücken der Welt zeigte.
Zum Abschluss des Tages zeigte ich meiner Mutter das Kaufhaus Harrods, von dem sie bisher nichts gehört hatte. Die Egypt Hall brachte sie als Fachfrau schnell zum Lachen und sie hörte gar nicht mehr auf Fotos zu machen.
Mein Geburtstag am Dienstag hätte besser nicht sein können! Ich bekam meinen Lieblings Kindergeburtstagkuchen, so viele tolle Geschenke, dass ich nur die Hälfte morgens schaffte auszupacken und viele schöne Karten. Mein Freund hatte allerdings ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil er sich eingebildet hatte, mein Geburtstag wäre erst am Mittwoch. So verließ er morgens schnell das Haus und kam abends mit Blumen (!) und einer riesigen Karte zurück. Dass er mir einen Spa-day schenken will wusste ich schon, daher verletzte mich sein Vergessen nicht ganz so sehr.
Den Tag verbrachten wir bei herrlichem Frühlingswetter wieder in der Stadt, wo meine Mutter sich die Changing-of-the-guards am Buckingham palace anschaute, ich ihr den Picadilly Circus zeigte und wir uns das Gleis 9 3/4 im Kings Cross-Bahnhof anschauten (Harry Pooter Fans wissen, wovon ich spreche). Später gingen wir in die St.Paul’s Kathedrale, verzichteten aber auf den vollen Eintritt. Dafür setzten wir uns um die Ecke in die St. Brides Church (die angeblich älteste Kirche Englands), wo gerade für ein Konzert geprobt wurde. So bekam ich noch ein Geburtstagsständchen.
Am Mittwoch und Donnerstag musste ich wie gesagt jeweils einen long day arbeiten. Gerade Mittwochvormittag, wo ich sehr müde war, fiel mir das nicht ganz leicht. Aber der Stress, den wir hatten bis zum frühen Nachmittag, hielt mich wach und auf Trapp. Dann war es bis Donnerstagnachmittag super angenehm. Doch Donnerstagabend zwischen 18 Und und 20:30 Uhr schienen alle Patienten des Tages fast gleichzeitig in den OP zu gehen und wieder zurück zu kommen!
Gestern fuhren meine Mutter und ich vormittags nach Greenwhich, wo wir erst einen super günstige Buchladen mit Kalendern aus Deutschland bekamen und genau zu 13 Uhr das Schauspiel der roten Kugel im Royal Observatory verfolgen konnten. Nach einen Mittagspäuschen in der Sonne fuhren wir mit der Fahrerlosen DLR-Bahn durch die ehemalige Hafengegend Londons. Weiter ging es mit der Tube (U-Bahn) bis zur London Bridge Station, wo wir ausstiegen und auf dem Weg zum Shakespeare Globe einen super schönen Bauernmarkt fanden. Der Shakespeare Globe war sehr interessant, die Ausstellung dazu aber leider überladen mit Lesetext. Spannend fand ich die anschauliche Darstellung der Kostümierung in Shakespeare’s Zeiten an einem lebenden Objekt.
Bevor wir abends ins Musical gingen, zeigte ich meiner Mutter noch das Spielzeugkaufhaus Hamley’s, welcher sie aber eher kalt ließ.
Das Musical war super. Auch hielt ich länger durch als mit meiner Schwester beim Musical “lion king”. Aber kurz vor Ende nickte ich dann doch ein - die anstrengende Woche machte sich einfach bemerkbar.
Nun habe ich nur noch ein paar Stunden, um mich zu erholen, bevor ich morgen wieder arbeiten darf. Dummerweise sind es schon wieder vier long days in fünf Tagen. Für danach freue ich mich auf ein vier Tage Wochenende Ende nächster Woche.

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